Reinickendorfer Sportgespräch: Schulen und Vereine wollen gemeinsam mehr Sport in Schulen anbieten

03.10.2018

Pressemitteilung des Bezirksamt Reinickendorf Nr. 8566 vom 01.10.2018

Schulen und Sportvereine in Reinickendorf wollen in Form von Kooperationen gemeinsam mehr Sportangebote an die Schulen bringen. Das ist das Ergebnis einer Diskussion beim 2. Reinickendorfer Sportgespräch. Die Veranstaltung mit rund 70 Vertreterinnen und Vertretern aus Schulen und Sportvereinen fand auf Initiative von Bezirksstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) in der Kolumbus-Grundschule statt. Dollase äußerte sich im Anschluss zufrieden mit der Resonanz und dem Interesse von Schulen und Vereinen, künftig enger zusammenzuarbeiten. „Das ist ganz im Interesse der Kinder“.

In seiner Rede hatte Dollase zuvor betont, dass es eindeutige Belege dafür gebe, wonach regelmäßige körperliche Aktivität, vor allem koordinative Bewegungsaufgaben, eine Zunahme der Synapsen im Gehirn zur Folge habe. „Mehr Sport fördert den Erfolg in Sprachen und den anderen Fächern – Gesundheit, Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit und Sozialverhalten obendrein“, so Dollase. Doch ganz anders sehe der Alltag von Kindern und Jugendlichen heute aus: Überwiegend sitzend, Freunde würden nicht mehr auf dem Bolzplatz, sondern im Chat getroffen. Die Folgen: Übergewicht, Haltungsschäden, Koordinationsstörungen, kritisierte Dollase.

Hier müsse stärker gegengesteuert werden. Eine Chance böten die Ganztagsschulen, die durch zusätzliche Sportangebote von Vereinen profitieren könnten. Dollase wies darauf hin, dass zur Finanzierung solcher Initiativen Senatsfördermittel vorhanden seien. Zudem erklärte der Bezirksstadtrat, dass in Reinickendorf aufgrund einer guten Infrastruktur an Sporthallen und Stadien für derartige Kooperationen gute Voraussetzungen bestehen.

Wie eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Verein und Schule aussehen kann, darüber berichteten auf dem Podium die Schulleiterin der Kolumbus-Grundschule, Sylvia Betzing und Sinan Hanli, Weltmeister im Ringen und Trainer des KSV-Ringen-Reinickendorf. Mit Erfolg haben sie gemeinsam eine Ringer-Trainingsgruppe an der Grundschule aufgebaut.

Jan Lesener, Leiter der Stabsstelle „Sport bewegt und bildet“ des Landessportbundes Berlin, bedankte sich für die Hinweise der Sportvereine zum Programm Schule-Sportverein/-verband und kündigte an, über Möglichkeiten der Fortschreibung nachzudenken und eine entsprechende Weiterentwicklung zu prüfen.

Stefan Kolbe, Präsident des Bezirkssportbundes Reinickendorf e.V., forderte die gleiche finanzielle Unterstützung für alle Sportvereine und sprach sich damit gegen eine Bevorzugung von Profi-Vereinen aus.

Als Einstieg in die Diskussionsrunde gab Jürgen Stein von der Sportjugend Berlin eine kurze Einführung darüber, wie Vereine und Schulen Fördergelder beantragen können.

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